Hike in Rio de Janeiro: Wanderung auf den Pedra da Gávea (842 m)

Pedra da Gavea in Rio de Janeiro

Ihr wollt die anspruchsvollste Wanderung in der Umgebung von Rio de Janeiro machen? Dann seid Ihr beim Pedra da Gávea (842 m) genau richtig. Erst geht es durch den Dschungel-Track, dann über eine kurze Freeclimbing-Route auf das Plateau. Insgesamt solltet ihr etwa 5h Zeit und etwas Kletterpraxis mitbringen.


Pão de Açúcar (Zuckerhut, 396 m), Corcovado (710 m) oder Dois Irmãos (Zwei Brüder, 533 m) sind die Klassiker für Wanderungen in der beindruckenden Millionenmetropole Rio de Janeiro. Wenn Du aber die oben genannten bereits gemacht hast – und etwas Anspruchsvolleres erleben möchtest -, dann ist die Besteigung des Pedra da Gávea in Barra da Tijuca genau das richtige. Aus meiner Sicht ist die Wanderung die schönste und abwechslungsreichste in der Umgebung von Rio. Barra ist übrigens der Nobel-Vorort von Rio, der in etwa 20 Minuten Autofahrt von Leblon erreichbar ist. Barra liegt im Südwesten von Rio.

Wanderung Pedra da Gávea: Startpunkt und Anreise

Alternativ: Bei Google Maps “Track Pedra da Gavea” eingeben.

Am einfachsten ist es, mit Uber anzureisen. Die nächste Metro-Station ist Jardim Oceânico (circa 2,3 km entfernt).

Es sind etwa 4,5h inklusive 30 Minuten Pause auf dem Gipfel für die komplette Tour. Daher solltet Ihr einen Rucksack mitnehmen, der folgendes enthält:

  • circa 3 Liter Wasser pro Person + etwas Verpflegung
  • Sonnenschutz und eventuell eine Kappe sowie Sonnenbrille
  • Badesachen für den Strand (im Anschluss an die Wanderung)

 

Der Trail zum Fels

Zu Beginn des Trails geht es durch ein Tor mit Park-Personal. Hier trägst Du oder deine Gruppe Namen, Reisepass-, und eine Telefonnummer ein. Geöffnet ist der Trail ab 8 Uhr in der Früh. Eintritt muss man keinen bezahlen:)

Der komplette Trail ist mit Pfeilen und einigen Holzschildern recht gut gekennzeichnet. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Kurz nach dem Start gibt es bereits eine Abzweigung zu einem kleinen Wasserfall (nach rechts) bzw. zum Pedra da Gávea (links). Der Wasserfall ist nicht besonders spektakulär, man kann ihn sich auch sparen.

Dafür wird der Trail mit der Zeit immer anspruchsvoller und schöner. Es geht über Wurzeln, Lianen, bizarre Steinformationen und Dschungelpfade. Wer Glück hat, sieht Eidechsen und Affen. Schlangen soll es auch geben, aber wir haben keine gesehen.

Pedra da Gavea
Es geht über Stock und Stein

Nach rund 75 Minuten geht es dann zum ersten Mal aus dem Dschungel ans Tageslicht. Eincremen nicht vergessen und los geht’s zum zweiten Teil der Wanderung. Der Pfad wird jetzt sandiger, der Untergrund ist eher ein trockener Lehmboden. Bereits hier gibt es einige tolle Ausblicke Richtung Barra mit seinen Wolkenkratzer und der Seenlandschaft. Nach rund eineinhalb Stunden ist man dann am Fels, wo es anspruchsvoll wird.

 

Freeclimbing am Pedra da Gávea

Denn jetzt beginnt ein kurzes Stück, das nichts für Wanderer mit Höhenangst ist. Es geht etwa 20 Meter eine Felswand hinauf, die Carrasqueira heißt und nur für halbwegs geübte Kletterer zu empfehlen ist. Die Gefahr: Bei einem Sturz gibt es keine Sicherung, sodass das Manöver durchaus tödlich ausgehen kann. Im Vorfeld habe ich dazu zahlreiche Blog-Artikel in unterschiedlichen Sprachen gelesen, konnte aber nicht eindeutig herausfinden, ob man nun einen Guide bzw. eine Kletterausrüstung benötigt. Hier meine Einschätzung: Wenn Du Bergerfahrung hast, etwas Bouldern kannst oder recht sportlich bist, benötigst Du KEINE Kletterausrüstung. Schwindelfrei solltest Du aber unbedingt sein.

Pedra da Gavea
Pedra da Gavea: Das Kletterstück Carrasqueira

Die Griffe an der Felsrinne sind gut und man kann sich auch immer wieder ausruhen. Zudem sind meist Guides in der Nähe, die Tipps für die Tritte und Griffe geben. Achtung: Bei Regen ist der Kletteraufstieg ohne Sicherung (rutschig!) absolut nicht zu empfehlen.

Carrasqueira
Die beste Kletterroute für Carrasqueira geht am mittleren Riss entlang

Wer mit Kindern oder wirklich unerfahrenen Wanderern unterwegs ist, sollte einen Guide buchen (dieser hat Klettergurte sowie Seile dabei und sichert die Teilnehmer). Außerdem gibt es auch eine Zwischenlösung: Ohne Sicherung hochklettern. Später dann mit Seil und Hilfestellung durch einen Park-Guide abseilen (Kosten: 25 Real p.P.). Denn das Runterklettern ist etwas schwieriger.

Wenn man das kurze Freeclimbing-Stück Carrasqueira gemeistert hat, geht es weiter über einen meist dicht bewachsenen Lehmpfad auf die Südseite des Gipfels. Nach weiteren 20 Minuten (rund zwei Stunden Aufstieg insgesamt) hat man es geschafft und steht auf dem mächtigen Felsvorsprung des Pedra da Gávea. Der höchste Punkt liegt übrigens auf der Nordseite. Wer hierhin möchte, muss eine kleine Schlucht überwinden (wer den Kletterpart geschafft hat, meistert diese auch).

 

Pedra da Gavea
Der Ausblick vom Pedra da Gavea Richtung Barra (Westen)

 

Zurück geht es dann über die identische Strecke. Der schwierige Part ist erneut das Freeclimbing-Stück. In unseren Gruppe haben unsere beiden Mädels die professionelle Hilfe der Guides in Anspruch genommen (25 Real). Ich selbst bin die kurze Route geklettert. Einer der Guides hat mir im Vorfeld noch eine Empfehlung für die Tritte gegeben. Am besten ist die Route entlang des Risses ziemlich in der Mitte. Für mich war das Ganze gut machbar, obwohl ich normalerweise NICHT klettere.

Danach geht es rund 75 Minuten bergab über den bereits bekannten Weg. Der Trail geht dabei durchaus etwas auf die Knie. Am Tor tragt Ihr dann noch in das Buch ein, dass Ihr sicher von der Wanderung zurück seid.

Empfehlung für danach: Mit Uber zur Strandbude Pepê (zwischen Posto 2 und 3) auf eine Kokosnuss und Acai und danach kurz ins Meer springen.

Fazit: Tolle 4h-Wanderung mit kleinem Kletterpart für geübte Berggeher.

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