Limonaden-Start-up in Grün: Balis

Das Team von Balis: Kris Krolo, Jasmin und Robert Redweik

Das Limonaden-Start-up Balis wurde von Jasmin Redweik, Dr. Robert Redweik und Kris Krolo in München gegründet. Seit Mai 2016 ist ihre Basilikum-Ingwer-Limonade auf dem Markt. Robert ist neben seiner Gründerrolle verantwortlich für die sehr empfehlenswerte Vortragsreihe Unglaublich Unternehmerisch an der LMU München. 


Salt on Wood: Wie kamt Ihr auf die Idee, eine neuartige Limonade zu entwickeln?

Jasmin Redweik: Die Idee zu Balis entstand eines Abends in der Loretta Bar in München, die Mitgründer Kris betreibt. Die Gäste dort liebten den Gin Basil Mule und fragten immer wieder auch nach einer alkoholfreien Variante, die Leute wollten also offensichtlich Basilikum trinken. Für Kris hieß das massenweise Basilikum verarbeiten und wir haben wir uns gefragt, ob es denn nicht schon ein fertiges Produkt gibt. Eine Limonade oder einen Filler, den man einfach mit Gin mischen konnte … Gab es nicht, also beschlossen wir eine Basilikumlimonade zu entwickeln.

Salt on Wood: Wie muss man sich den Prozess vorstellen? Geht man auf eine Messe und lässt die Spezialisten machen?

Jasmin: Eine Messe ist immer ein guter Startpunkt für solche Ideen, aber wir haben tatsächlich anders begonnen. Das Rezept hatten wir ja bereits aus der Bar von Kris. Also wir wussten, wie es – zumindest frisch – schmecken soll. Und mit dieser Vorlage haben wir uns dann auf die Suche nach den passenden Partnern gemacht; sprich Rohstoffhersteller, Abfüller, Flaschen, Kisten etc. Wir haben tatsächlich fast ein Jahr an der Rezeptur gefeilt, bis wir sie da hatten, wo sie heute ist. Diese recht lange Entwicklungszeit liegt unter anderem auch daran, dass wir extrem viele User-Tests gemacht haben. Also meint, wir haben verschiedene Varianten (mit oder weniger Basilikum, mehr oder weniger süß) unserem breiten Netzwerk zum Probieren gegeben und haben am Ende das Rezept und Design mit den meisten Befürwortern ausgewählt. Und genau das ist heute die Balis Basilikum-Ingwer-Limonade.

Salt on Wood: Wie habt Ihr Euch als Gründer gefunden?

Jasmin: Wir alle sind schon lange befreundet und Robert ist mein Bruder. Wir mussten uns also eigentlich gar nicht finden. Nachdem wir die Idee hatten lag die Entscheidung gemeinsam ein Unternehmen zu gründen quasi auf der Hand.

Salt on Wood: Ein paar Worte zu Euch und was Ihr zuvor gemacht habt.

 

Nur Balis? Nicht wirklich!

Jasmin: Kris ist der Vollblut-Gastronom bei uns im Team und macht das seit bald 20 Jahren. Er betreibt neben Balis noch die Loretta Bar im Herzen von München. Robert ist leidenschaftlicher Singer und Songwriter, aber auch im Bereich Start-ups und Entrepreneurship sehr viel unterwegs. Er unterrichtet Unternehmertum an der LMU und HFF unter anderem und ist auch freiberuflich für große Unternehmen in diesem Bereich tätig. Ich selbst habe vor Balis verschiedene Erfahrungen in einer Media-Agentur, einem Fashion-Startup und zuletzt in einer Unternehmensberatung für Digitalisierung gesammelt. Fokus war immer schon Marketing und Kommunikation. Das ist neben der operativen Leitung der Geschäfte von Balis auch mein Hauptfokus.

Salt on Wood: Wie kamt Ihr auf den Namen?

Jasmin: Am Anfang hatten wir „BA-LI“ von Basilikum-Limonade. Da wir aber nicht wie die Insel genau heißen wollten, ist daraus am Ende dann Balis entstanden. Wir wollten einen einfachen und klangvollen Namen – den wir damit für uns gefunden hatten.

Salt on Wood: Wie seht Ihr den Hype in der Getränkebranche in den vergangenen Jahren, als gefühlt jede Woche eine neue Getränkemarke auf den Markt kam? Hilft das oder ist das eher schwierig?

Jasmin: Stimmt, es kommen tatsächlich viele neue Getränke auf den Markt, aber ich denke schon, dass dies auch aufgrund der Resonanz der Leute passiert. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen neue Geschmäcker wollen und auch viel offener sind als früher. Und das hilft uns in jedem Fall. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass Balis vor drei oder vier Jahren nicht so gut funktioniert hätte, wie es das heute tut. Einfach weil der Markt noch nicht so weit war.

Salt on Wood: Habt Ihr in Sachen Unternehmen Vorbilder, an denen Ihr Euch orientiert oder etwas abschaut?

Jasmin: Wir haben viele Vorbilder und tauschen uns auch mit vielen Unternehmern aus. Das ist total wichtig für uns, um neue Ideen und Perspektiven zu gewinnen – sowohl innerhalb unserer Branche, als auch jenseits davon.

Salt on Wood: Wie habt Ihr es geschafft, bekannt zu werden?

Jasmin: Ich denke, dass wir mit echt begrenzten Mitteln für unser Verständnis sehr viel erreicht haben und darauf sind wir stolz. Am Ende funktioniert trotz „Digital Everywhere“ noch die gute alte Mundpropaganda hervorragend. Das durften wir immer wieder innerhalb von Deutschland, aber auch über die Grenzen hinaus erleben und das ist echt eine super Bestätigung.

Salt on Wood: Wie wichtig ist Social Media in Eurer Branche?

Jasmin: Social Media ist sehr zentral, wenn es darum geht, deine Marke und Philosophie nach außen an deine Kunden zu vermitteln. Eine Welt um deine Marke aufzubauen. Und der direkte Kontakt vor Ort in der Gastronomie mit unseren Kunden wird dadurch sicher unterstützt, aber keines Falls ersetzt. Also im Getränke-Business läuft einfach immer noch sehr viel analog. Was ist der beste Kanal, um Kunden zu finden?

Jasmin: Der direkte Vertrieb in die Gastro, aber natürlich auch Messen und Kooperationen mit anderen Marken – bei uns gerade mit der Spirituosen-Welt.

Salt on Wood: Wie habt Ihr es in den Handel geschafft? Heißt es dabei Klinken putzen? Ist der Handel für Neues aufgeschlossen?

Jasmin: Wir sind aktuell noch kaum im Handel zu finden. Im ausgesuchten Premium-Handel, aber echt vereinzelt. Wir bauen unsere Marke immer noch über die Gastronomie auf.

Salt on Wood: Wie verkauft ihr? Ich tippe auf Getränkehandel und Gastronomie … Supermarkt auch?

Jasmin: Wir beliefern den Großfachhandel und dieser dann wiederum in den Regionen die Gastronomie. Privat kaufen uns die Leute in den Feinkost-Geschäften oder auch mittlerweile echt gut online.

 

Jasmin Redweik: „Trotz „Digital Everywhere“ funktioniert Mundpropaganda hervorragend“

Salt on Wood: Was kostet die Limo eigentlich?

Jasmin: Du wirst Balis im Handel oder Online um die 1,79 Euro finden. Bei Preisen sprechen wir Empfehlungen aus, aber Vorgaben gibt es natürlich nicht. Ist ja gar nicht erlaubt.

Salt on Wood: Wie muss man sich euren Arbeitsalltag bei Balis vorstellen?

Jasmin: Sowas wie einen Alltag gibt es fast nicht, weil wir immer viel auch auf unterschiedlichen Events sind und Vertrieb in allen Himmelsrichtungen machen. Klar bleiben die Themen wie operatives Management, Vertrieb, Marketing etc. gleich – aber in so einem kleinen und jungen Unternehmen geht es schon sehr dynamisch zu, was auch super schön und abwechslungsreich ist.

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