Sealand Gear: Handgemachte Taschen aus recycelten Materialien

Gründer von Sealand Gear

Upcycling ist das Stichwort: Zwei südafrikanische Surfer haben die hippe Brand Sealand Gear auf den Markt gebracht. Hergestellt werden Taschen, Rucksäcke und Accessoires, die aus recycelten Materialien bestehen.


Woodstock, Kapstadt. Heimat der Hipster. In der Old Biscuit Mill traf sich früher die Avantgarde, mittlerweile sind in der ehemaligen Keksfabrik zwei der besten Restaurants Südafrikas untergekommen (Test Kitchen und Pot Luck Club) – und unzählige Touristen treten sich samstags beim „Neighbourgoods Market“ auf die Füße. Aber man kann gut erkennen, wie schnell Woodstock wächst und sogar Mainstream-Attitüden annimmt. Jasper Eales und Mike Schlebach sind alls andere als Mainstream. Sie sind Unternehmer, Surfer und haben ein ganz eigenes Verständnis davon, was hip ist. Der Begriff Nachhaltigkeit steht dabei ganz vorne. Genau deshalb hat das Duo 2015 die Marke Sealand Gear ins Leben gerufen.

Zwei Surfer setzen auf Nachhaltigkeit

Jasper Eales, kreativer Kopf hinter der Brand, steht natürlich voll hinter dem Konzept: „Als Person mit Leidenschaft für Kreativität, Unternehmer-Bezug und viel Liebe für das Meer war es nur eine Frage der Zeit, wann Sealand Gear entstehen würde. Wir wollten dem Müll an unseren Stränden und dem grenzenlosen Konsum etwas entgegensetzen. Es war unser Ziel, eine Marke mit Produkten und einem Service zu schaffen, die die Umwelt in den Mittelpunkt stellt.“

Mittlerweile haben Eales/Schlebach mehr als 20 Angestellte, die in einem zweistöckigen Fabrikgebäude in Woodstock verschiedene Materialien sichten und verarbeiten, Stoffe vernähen und letztlich hochwertige Produkte entstehen lassen. Auch die Webseite wird hier gepflegt, denn jede Tasche, jeder Rucksack, jede Laptophülle ist letztlich ein Unikat, das es in genau dieser Ausprägung nur einmal auf der Welt gibt. Also wird beispielsweise eine praktische Weekender-Tasche wie das Modell „Choob“ von mindestens drei Seiten fotografiert, ehe diese live auf die Seite geht. Wird das gute Stück bestellt, ist es in genau dieser Variante nicht mehr erhältlich, denn die verwendeten Stoffe sind zwar aufbereitet, aber eben gebraucht. Verwendet werden äußerst haltbare Materialien aus gebrauchten Großsegeln, Werbe-Billboards oder Zelten.

In Kapstadt hat sich Sealand Gear schnell einen Namen gemacht. Seit Start in 2015 wurden rund 15.000 Taschen verkauft und etwa 30 Tonnen Material verarbeitet. Die Bags werden mittlerweile in zahlreichen Geschäften verkauft, aber auch in der touristischen und teuren V&A Waterfront. Sogar in den Shop des MOCAA haben es die Jungs geschafft: Das nagelneue Museum für zeitgenössische Kunst (ausgestellt wird die Afrika-Sammlung von Jochen Zeitz, dem ehemaligen Puma-Chef) wurde September 2017 eröffnet und ist seitdem ein wahrer Zuschauermagnet. Zudem waren die nachhaltigen Bags von Sealand Gear auf der Fashion Week in Kapstadt zu sehen.

Sealand Gear: Bei Selfridges in London erhältlich

Seit 2017 ist Sealand Gear sogar weltweit erhältlich. Allerdings ist die Weltherrschaft noch weit entfernt. Im nordspanischen Asturien haben die beiden Gründer mit Meagan Webb eine Partnerin gefunden, die nun auch einige Geschäfte in Europa mit der Idee des Upcyclings ausstattet. Aber auch die ganz Großen fahren ihre Fühler aus: Selfridges in London hat beispielsweise eine erste Order getätigt und wird ab 2018 Rucksäcke und Taschen von Sealand Gear verkaufen.

Das Modell Choob (in der Größe Medium) ist in Deutschland erhältlich: Mit der Münchner Brand Salt on Wood gibt es eine Sonderedition in kleiner Auflage.